Boerny's Blog Sparkles in my mind
Sparkles in my mind
Wireless Kopfhörer

Wireless Kopfhörer Vergleich (In-Ear + Over-Ear)

Es war soweit: die guten kleinen Reisekopfhörer im Café verloren (B&W C5) und meine Sure In-Ear noise isolation haben mir noch nie richtig gut gefallen (aber von der Abschirmung im Flugzeug super).

Es muss also ein neuer Kopfhörer her mit folgenden Anforderungen:

  • Wireless (wenn man einmal Apple’s AirPods hatte, will man nie wieder Kabel)
  • Noise Isolation oder Active Noise Cancelling (ANC) (für den Flug und die Ruhe im Großraumbüro)
  • Klanglich ausgewogen, damit ein längeres Hören möglich ist, ohne irgendwann von übertriebenen Höhen oder Bässen genervt oder gestresst zu sein.

Die Testkandidaten

Zur Auswahl kamen folgende Modelle:

  • Bose QC35 II
  • Bowers & Wilkins PX
  • B&O E8
  • Sennheiser PXC550
  • Apple AirPod (ausser Konkurrenz)

Die Preisspanne liegt damit aug gehobenen Niveau und man sollte sich etwas Gutes erwarten dürfen.

Bose QuietComfort QC35 II

Tragekomfort

Als In-Ear Kopfhörer Nutzer, waren die Bose Kofphörer erstaunlich bequem. Sie sind leicht und nach kurzer Eingewöhnungszeit hört auch das Fremdkörpergefühl auf dem Kopf auf. Unter der Ohren wurde es mir etwas warm, aber alles im verträglichen Rahmen. Für mich wichtig: auch nach längerem Tragen (Stunden) wurde der Kopfhörer nicht unangenehm.

Bedienung

Der Google Assistent ist für mich eine Spielerei die ich nicht nutzte und in Kombination mit meinem iPhone sowieso Siri nutzte. Die Bedienung war recht intuitiv. Durch Mehrfachtippen kann man Vor und Zurück springen.

– bei Telefonanrufen wird nur die Musik stumm geschalten, aber man hört kein Klingeln! Das ist verwirrend und können die AirPods deutlich besser.

+ Reistauglichkeit. der Kopfhörer lässt sich flach falten. Damit kommt man ca. Auf die Hälfte des Umfangs den er ausgefaltet besitzt. Das mitgelieferte Hardcover verstaut ihn sicher auch im Rucksack. Das passt!

+ Eine integrierte Sprachausgabe gibt auf Wunsch Infos zu aktuell gewählten Einstellungen. Hilfreich! Auch mit unterschiedlichen Tönen werden die unterschiedlichenen Stärken des ANC ängezeigt.

Klang

+ zahlreiche Tests bestätigen dem Bose im Vorfeld einen guten Klang. Dem kann man nur zustimmen. Der Klang bleibt auch ziemliche gleich, egal ob ANC an oder nicht. Das ist beim B&W deutlich schlechter umgesetzt. Besonders die druckvollen, aber nicht allzu überzogenen Bässe können überzeugen. Mötley Crüe’s Kickstart My Heart rockt und plätschert nicht einfach dahin.

– im Gegensatz zu B&W klingt der Bose allerdings nicht so natürlich, etwas distanzierter. Einige Stimmen (z.b. Das Duet von Rhianna mit Eminem, Love the Way You Lie) klingen fast schon zischend, zu scharf gezeichnet. Darunter leiden dann auch Live-Aufnahmen. Bei längerem Hören wird es dann aber doch auch etwas anstrengend, denn die leicht betonten Höhen und Bässe fordern ihre Tribut.

Bowers&Wilkins PX

Tragekomfort

– Der Kopfhörer wirkt massiv und so trägt er sich auch. Die Polster liegen straff an. Mit der Zeit wurde mir das unangenehm. Wechselt man nach dem B&W beispielsweise auf den Bose QC35, ist das wie eine Erholung. Und das obwohl der Bose eigentlich kaum weniger wiegt. Als Brillenträger drückt der Kopfhörer erstaunlicherweise nicht auf das Gestell, packt die Brillenbügel aber so stark, dass sich nichts mehr bewegt und der Sitz der Brille schwer korrigiert werden kann.

Bedienung

+ Ein Sensor erfasst, ob man den Kopfhörer abnimmt. Damit schaltet er sich stumm und beim Aufsetzen wieder aktiv. Das ist praktisch wenn man mal kurz für ein Gespräch unterbrechen muss.

– Die mitgelieferte App braucht lange um sich mit dem Kopfhörer zu verbinden. Sehr lange und definitiv zu lange um mal eben das ANC Profil zu wechseln. Letzteres geht leider nur mit der App und nicht mit der ANC Taste. Hoffentlich wird das per Softwareupdate geändert.

– Reisetauglichkeit. Der Kopfhörer lässt sich nicht zusammenfalten. Lediglich die Ohrmuscheln lassen sich “umlegen”. Damit wird der Kopfhörer zwar flacher aber eben nicht kleiner. Eingepackt in der beiliegenden weichen Tasche hat man auch nicht das gute Gefühl, dass dieses Premiumstück zum Premiumpreis einen würden Schutz im Reisegepäck erhält. Für mich ein K.O. Kriterium.

– Die Bluetooth Kopplung scheint noch nicht ausgereift. Gerade wenn zwei Geräte gekoppelt sind (bspw. ein iPad und ein iPhone) unterbricht das Signal gerne einmal. Auch die Zeit für die Verbindung zur App dauert unangenehm lang.

Klang

+ in meinem Test für mich der Kopfhörer mit dem besten Klang. Keiner klingt natürlicher und bietet soviel Detailreichtum. Wenn man zuvor betonende Kopfhörer getragen hat, wird es einem zunächst etwas farblos vorkommen, aber schon nach kurzer Eingewöhnungszeit kommt die B&W typische Ausgewogenheit zum Tragen. Das führt dazu dass man plötzlich Details in der Musik wahrnimmt die bei vielen anderen Modellen einfach untergehen.

+ Auch erstaunlich: von der Räumlichkeit her herausragend! Bei Live-Konzertaufnahmen habe ich mich sofort in die Arena versetzt gefühlt, das hat so kein andere Kopfhörer geschafft. Aber es sollte auch klar sein: mit dieser Art des Hörens gewinnt man keine WOW Effekte bei kurzem Reinhören.

– Allerdings ist der Klang abhängig vom eingestellten ANC. Im Büro-Modus und ohne ANC wird viel von den ausgleichenden EQ Einstellungen zurückgenommen. Damit wird der Klang nicht unbedingt “schlechter”, aber so deutlich anders, dass er sich nicht mehr mit den ANC Modi vergleichen lässt. Es ist als würde man ein zweites Kopfhörermodell tragen. Geschmacklich gefällt mir die Abstimmung mit aktivem ANC besser, was für einen Kopfhörer der für die Reise gedacht ist auch Sinn macht. Unverständlich bleibt mir aber dann, warum die “neutrale” Büroumgebung so nahe an “ohne ANC” ist, und noch mehr Details bei Stimmen darstellt, aber auch reichlich farblos im Bass klingt. Und bei aller Liebe zu B&W: das geht nicht.

– was mir nach etwas häufigerem Tragen aufgefallen ist: der Sitz des Kopfhörers beeinflusst ebenfalls den Klang! Je nach Neigung der Hörmuscheln (sie lassen sich in der Vertikalen kippen) klingen die Höhen anders. Das kann bei manchen Stücken dazu führen, dass Gesang dumpf wirkt und die ansonsten herausragenden Neutralität des Klangs verlorengeht.

B&O E8

Tragekomfort

Der E8 ist ein In-Ear Kopfhörer. Entweder mag man Over-Ear oder In-Ear oder probiert mal beide Welten aus, so wie ich. Als In-Ear gefällt er sehr gut. Die Form schmiegt sich dem Ohr an, passenden Aufsätze sollte jedem Ohr gerecht werden. Der einzige Kopfhörer der noch besser im Tragekomfort ist, sind Apple’s AirPods, die hier aber ausser Konkurrenz laufen, weil sie kein Schallisolierung bieten. Als Dauerträger bspw. für die Büroumgebung taugt er leider nicht, da dann das Druckgefühl zu stark wird.

In-Ear müssen gut abdichten und dürfen sich nicht lösen. Hier haben meine alten Sure mich immer gestört, da sie sich nach einiger Zeit lockerten. B&O liefert einen bombenfesten Comfy Schaum Aufsatz mit. Der sitzt straff, dichtet hervorragend und liefert den intensivsten Klang. Bei den Silikonaufsätzen ist das Tragegefühl noch etwas angenehmer, hier darf man experimentieren, aber auf keinen Fall einen zu kleinen Aufsatz nehmen: sofort wird der Klang “dünn”.

Klang

Ich war ja skeptisch: In-Ear sind entweder immer irgendwie zu dünn oder zu dumpf. Auch mein alter B&W C5, war irgendwie nicht beeindruckend (der neue S2 soll besser sein). Doch jetzt kommt dieser B&O daher und klingt erstmal – super!

+ für verschiedene Geschmäcker erlaubt B&O als Einziger die Konfiguration eines separaten EQ Profils. Das ist vorbildlich, davon sollte sich die Konkurrenz eine Scheibe abschneiden.

+ weil In-Ear Kopfhörer generell besser vor Aussengeräuschen dämpfen (ca. -30dBA statt -15dBA wie bei ANC), muss man sich etwas einfallen lassen um bei Bedarf dennoch Aussengeräusche durchzulassen. Beim Telefonieren schaltet der Kopfhörer daher aktiv(!) die Aussenwelt über das Mikrofon zu. So fühlt man sich nicht mehr isoliert und hört die Umgebung und sich selbst. Das ist nicht perfekt, erfüllt aber seinen Zweck. Gleiches gilt auch für das temporäre “Hear-Through”. Einmal links getippt und die Musik wird entweder leiser oder ist ganz aus und die Umwelt dringt wieder zu einem durch wie beim Telefonieren. So kann man ohne die Kopfhörer zu entfernen im Flieger auch bequem sich mit der Stewardess unterhalten.

+ der Bass kommt präzise und nicht überbetont an. Man hat eigentlich das Gefühl einen grossen Bruder zu tragen, statt einen In-Ear Winzling. Überzeugend.

+ die sehr gute Abstimmung lassen auch Orgelkonzerte wie bspw. Toccata und Fugue in D-Minor von Bach realistisch klingen. Von der Ausgewogenheit empfinde ich den B&O eher in der Liga des B&W statt bei Bose.

– Bei der Räumlichkeit kommt die Technik dann an die Grenzen. Aber wir reden von einem REISEKOPFHÖRER, das ist schon Jammern auf hohem Niveau.

– In der Detailreiche/Transparanz würde ich mir manchmal eine präzisere Abbildung wünschen. Der Effekt von B&W, plötzlich auch überraschende Musikdetails wahrzunehmen stellt sich hier nicht ein.

– (und dafür kann der Kopfhörer nichts) die Physik ist auch hier nicht zu schlagen. Man darf sich natürlich nicht zu viel erwarten. Natürlich taucht man mit einem In-Ear nicht so tief in die Musik ein, wie mit einem ausgewachsenen Kopfhörer.

Bedienung

+ Der Kopfhörer hat Touch-Flächen und lässt sich durch Tippen steuern. Das geht eigentlich auch recht intuitiv und unterscheidet sich nicht weiter von andern Kopfhörern. Ob ich jetzt zweimal den rechten Hörer antippe oder eine zweimal eine Taste betätige wie bei B&W oder Bose, was soll’s. Warum da andere Tester meckern, kann ich nicht nachvollziehen.

+ Die Kopplung geschieht schnell und zuverlässig. Auch die App funktioniert einwandfrei.

+ Für die Reise ist dieser Kopfhörer natürlich topp. Und daher ist er auch mein Favorit, denn noch kleiner lässt sich guter Klang für unterwegs nicht einpacken!

– Beim Abnehmen schaltet der Kopfhörer nicht auf Pause wie bspw. die AirPods oder der B&W PX. Schade.

– ab und an, haben sie die beiden Stöpsel nicht gefunden. Hier liegt wohl noch ein SW Fehler vor. Dann hakt auch die Steuerung und man muss sich neu verbinden oder die Ladeschale bemühen. Passiert glücklicherweise nicht oft, aber wenn, dann ist es lästig. Hoffentlich kann auch B&O hier Firmwareupdates nachliefern. Auf den ersten Blick sieht es leider nicht so aus …

– beim Telefonieren schneidet das Mikrofon leider schlecht ab. Der Gesprächspartner nimmt einen als leise wahr.

Sennheiser PXC 550

Tragekomfort

+ angenehm zu tragen. Auch bei längerer Nutzung kein Druckgefühl.

– Die Ohrmuscheln sind nicht rund, sondern spitz zulaufend. Dadurch muss man den Kopfhörer sehr exakt ausetzen, sonst stößt das Ohr zu sehr an den Rand. Das führt auch dazu, dass sich die Ohren doch etwas eingeengt fühlen können.

Bedienung

+ der Kopfhöhrer verfügt ähnlich wie B&W PX über ein Erkennung ob er getragen wird oder nicht. Sennheiser realisiert das über den Drehzustand und schaltet dann selbständig an oder aus

+ eine Verbindung mit dem Smartphone wird sofort hergestellt und es können mehrere Zuspieler gekoppelt werden.

+ Die Touchoberfläche erlaubt eine bequeme Bedienung. Besonderheiten sind beispielsweise das schnelle Vor-/Rückspulen oder die Telefonfunktionen.

+ Zusammengefaltet passt er Kopfhörer (ähnlich wie der Bose) in eine brauchbare Packgröße. Bei Sennheiser in eine verstärkte softe Tasche halb gerundet. Passt.

– per Touch werden ein paar zu viel Aktionen ausgeführt und alles spielt sich nur auf der rechten Seite ab. Hätte man auch die Linke Seite genutzt wäre die Bedienung wohl etwas eingängiger.

Klang

Bei einem Kopfhörer der bis vor kurzem noch auf dem Preisniveau einen B&W PX angesiedelt war, habe ich mir doch etwas mehr erwartet.

In der Grundstellung ist der Klang für mich etwas zu Höhenbetont, dafür werden die Bässe nicht präzise genug wiedergegeben. Allerdings ist es ein sehr “technischer” Kopfhörer. Über die CapTune App lassen sich verschiedenste EQ Einstellungen vornehmen. Vielleicht kommt ja hier der ein oder ander zu seinem Lieblingsklangbild. Mir war das zu viel des Guten.

Allerdings, liegt er gefühlt knapp vor dem Bose, da er nicht soviel überzeichnet. Insgesamt wirkt er doch etwas neutraler und ausgeglichener.

Fazit

Für den Fall eines Reisekopfhörers gewinnt bei den Over-Ear Modellen der Bose. Nicht perfekt aber sehr nah am Optimum ist er ein sehr guter Begleiter der nicht aufdringliche wirkt: weder im Design noch im Klang. Den Rest Transparenz kann man verzeihen, denn man ist ja unterwegs und nicht in entspannter, ruhiger Umgebung. Allerdings, und hier muss Bose schnell nachliefern, hat die Konkurrenz mittlerweile was Bedienung, Abstimmung und Funktionen angeht deutlich die Nase vorn!

KlangTragekomfortBedienungReiseTelefonieGewichtPreis
B&W PXBose QC 35 II (310g)Sennheiser PXC 500B&O E8Bose QC 35B&O E8B&O E8
B&O E8B&O E8 (13g)B&O E8Bose Q35 IISennheiser PXC 550Bose QC35 IISennheiser PXC 550
Sennheiser PXC 550Sennheiser PXC 550 (227g)Bose QC 35 IISennheiser PXC 550B&W PXSennheiser PXC 550Bose QC35 II
Bose QC 35 II B&W PX (335g) B&W PX B&W PX B&O E8 B&W PX B&W PX

Wer es klein mag, muss eigentlich zum B&O greifen. Im direkten Vergleich mit bspw. dem Bose wird man natürlich Volumen vermissen, aber man wird auch nicht enttäuscht.

Bowers&Wilkins PX kann ich irgendwie nicht einordnen. Das ANC ist zwar durchaus gut, klanglich besticht die Bühne die der PX aufziehen kann und seine Transparenz, aber das praktische Design des Kopfhörers und die Umsetzung des ANC mit unterschiedlichen Klangcharakteristiken verderben einem den Spaß für die Reise. Das ungeschickte Packmass und Gewicht/Tragekomfort haben mir ebenfalls nicht gefallen. So fällt leider der klanglich beste Kopfhörer wegen schlechten Gesamtkonzept für die Reise durch.

Sennheiser liefert ein tolle Produkt ab, das der ein oder ander durchaus mit dem Bose vergleichen kann und will. Im Endeffekt wird wohl der persönliche Geschmack entscheiden. Was Bose an Erfahrung voraus hat, versucht Sennheiser durch Features wieder auszugleichen. Dem einen gefällt’s, dem anderen nicht.

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